BSBD NRW beklagt zunehmende Gewaltbereitschaft im Justizvollzug

Mutmaßlicher islamistischer Gefährder verbrüht in JVA Iserlohn zwei Beamte mit kochend heißem Wasser

04. Januar 2018
  • Peter Brock; Quelle: DBB NRW

Auch im nordrhein-westfälischen Justizvollzug werden die zunehmende Gewaltbereitschaft und das deutliche Absinken der Hemmschwelle, auch Gegenstände - in diesem Fall gefährliche Flüssigkeiten - gegen Bedienstete oder auch Kontrahenten einzusetzen, beobachtet. Das gibt Peter Brock, Vorsitzender des Bundes Deutscher Strafvollzugsbediensteten, Landesverband NRW (BSBD NRW), in seiner jüngsten Pressemitteilung zum Vorfall in der JVA Iserlohn bekannt.

 

Der BSBD NRW warne seit langem, dass sich das Risiko für Strafvollzugsbedienstete bei der Wahrnehmung ihrer Dienstpflichten durch die Veränderung der Gefangenenklientel nachhaltig erhöht hat. Dieser Umstand müsse zu Konsequenzen sowohl im Hinblick auf die Personalausstattung als auch zur Verbesserung des Eigenschutzes und der technischen Ausstattung führen, so der Vorsitzende der Fachgewerkschaft der Strafvollzugsbediensteten.

 

Es müsse nach Auffassung des Verbandes weiter daran gearbeitet werden, ein schlüssiges Konzept für den Umgang mit gefährlichen Gefangenen, speziell islamistischen Gefährdern, und für wirksame Behandlungsmaßnahmen zur Deradikalisierung zu entwickeln. Daneben muss dem Eigenschutz verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werden. Gerade bei der Eigensicherung sollte das Land keinesfalls sparen.

 

Der Bund der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands ist die Fachgewerkschaft der Strafvollzugsbediensteten. In ihm sind mehr als 80 % aller im Strafvollzug Beschäftigten organisiert. Der BSBD NRW ist dem Deutschen Beamtenbund Nordrhein-Westfalen angeschlossen.

 

Pressemitteilung des BSBD NRW

zum Vorfall in der JVA Iserlohn.


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