Frauen bleiben im Job oft auf der Strecke

Forsa-Studie im Auftrag des Beamtenbundes gibt Überblick über den Öffentlichen Dienst und zeigt dabei auch Diskriminierungspotenziale für die Beschäftigten auf.

30. August 2018

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Rund jede vierte Frau fühlt sich im Berufsleben diskriminiert, so ein Ergebnis der Forsa-Studie im Auftrag des dbb beamtenbund und tarifunion. Die Bundesorganisation des Beamtenbundes und Tarifunion Nordrhein-Westfalen beauftragt das Institut regelmäßig, die Situation auf dem Arbeitsmarkt und insbesondere im Öffentlichen Dienst zu beleuchten. Im Fokus standen dieses Mal die Diskriminierungspotenziale im Berufsleben.

Die Ergebnisse der Befragung machen deutlich, dass es erheblich mehr Frauen sind, die im Beruf eine Benachteiligung erfahren. Während 25 Prozent der Frauen berichten, bei der Stellenvergabe, der Aufgabenverteilung oder bei Gehaltserhöhungen schon mal benachteiligt worden zu sein, gaben dies nur 14 Prozent der Männer an. Auch die Gründe für eine Diskriminierung sind sehr unterschiedlich: Knapp dreiviertel der Frauen gaben an, auf Grund ihres Geschlechts oder des Familienstandes benachteiligt worden zu sein. Bei den Männern spielen diese Gründe nur eine untergeordnete Rolle, sie sehen sich eher auf Grund ihres Alters oder ihres gesundheitlichen Zustands benachteiligt.

Diese Aussagen stützen auch die Ergebnisse einer Studie des DBB NRW in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung NRW. „Eine Auswertung der Zahlen zeigt, dass Frauen, insbesondere wenn sie in Teilzeit arbeiten, häufig schlechtere Beurteilungsnoten bekommen und entsprechend seltener befördert werden“, erklärt Roland Staude, 1. Vorsitzender des DBB NRW. „Hier muss sich etwas ändern, denn es kann nicht sein, dass die Karriere zwangsläufig auf der Strecke bleibt, wenn Beruf und Familie vereinbart werden.“  

Das ist grundsätzlich auch in der Politik angekommen, wie verschiedene Initiativen zeigen. So hatte der Landtag NRW beispielsweise das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung beauftragt, eine Evaluierung der Beurteilungsrichtlinien durchzuführen. Die Ergebnisse sollen im September vorgestellt werden. „Wir gehen davon aus, dass sie deutlich zeigen werden, dass es Ungerechtigkeiten gibt, fraglich ist jedoch wie sie zustande kommen und vor allem wie sie beseitigt werden können“, so Roland Staude. „Nach der Abschaffung der umstrittenen Regelung zur Frauenförderung im September vergangenen Jahres hatte die Landesregierung Verbesserungen für die Beschäftigten angekündigt. Seither ist fast ein Jahr vergangen, langsam wird es Zeit, Vorschläge und Ergebnisse zu präsentieren“.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier.


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