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Lexikon

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Lehrkräfte

Jede Lehrerin und jeder Lehrer trägt eine hohe Verantwortung, denn Bildung ist die wichtigste Zukunftsinvestition für unser Land. Nicht die Wirtschafts- und Finanzwelt, sondern die Schulen bringen die besten Zinsen.

Deshalb haben alle Schüler ein Recht auf gleiche Bildungschancen und intensive Förderung. Dazu stehen die ca. 780.000 Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland, und dafür setzen sie sich täglich ein.

Beamtenstatus für Lehrkräfte

Der Beamtenstatus für Lehrkräfte ist unverzichtbar. Er gewährleistet, dass Schule ein neutraler, der Demokratie verpflichteter Ort bleibt, auch indem er die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Lehrkräfte sichert. Zudem stellt der Beamtenstatus gerade auch in Krisensituationen die Verpflichtung des Staates für Bildung und Erziehung des Einzelnen sicher.

Die Begründung für den Beamtenstatus von Lehrern ist komplex. Rein rechtlich gehört das Schulwesen nach Art. 7 GG unbestritten zu den - herausragenden - „öffentlichen Pflichtaufgaben". Das Beamtenverhältnis für Lehrer trägt der Tatsache Rechnung, dass in den Schulen in großem Umfang hoheitliche und für den späteren Lebensweg der Schüler prägende Entscheidungen getroffen werden. Hierzu gehören die Notengebung bis hin zu den Schulabschlüssen, Versetzungen, die Zulassungen zu weiterführenden Schulen oder Disziplinarmaßnahmen. Insofern ist der Beamtenstatus für Lehrer ausdrücklich von dem verfassungsrechtlichen Funktionsvorbehalt des Art. 33 Abs. 4 GG geboten.

Auch aus politischer und gesellschaftlicher Sicht ist der Beamtenstatus für Lehrer sinnvoll:

  • die persönlichen Bindungen des Beamtenrechts korrespondieren mit der Verantwortung aus dem öffentlichen Erziehungsauftrag;
  • das Schulangebot wird durch das Streikverbot gesichert;
  • als Gegenstück sichert der Beamtenstatus die persönliche Unabhängigkeit des Lehrers, die in Zeiten zunehmenden Drucks auf die Schulen für die Wahrnehmung der pädagogischen Freiheit an Bedeutung sicher nicht verloren hat.
  • Gleiches gilt aus wirtschaftlichen und finanzpolitischen Gesichtspunkten: Das Beamtenrecht beinhaltet deutlich mehr personalwirtschaftliche Spielräume für die einzelne Schule – etwa durch Versetzung, der Übertragung neuer Aufgabengebiete etc. als die ansonsten denkbaren Alternativen.

Aus- und Fortbildung

Wissenschaftliche Lehrerbildung und Praxisnähe
Eine qualifizierte wissenschaftliche Ausbildung aller Lehrkräfte ist nach Auffassung des dbb notwendige Voraussetzung für die Qualität von Schule. An den Schulen müssen angesichts der immer komplexer werdenden Anforderungen Lehrende mit voller Lehramtsausbildung die Regel sein. Dabei ist ein Referendariat von angemessener Dauer und Qualität unverzichtbar. Zudem müssen das Universitätsstudium, der Vorbereitungsdienst und die Phase der Fort- und Weiterbildung stärker miteinander verzahnt werden.

Aufgrund der Tatsache, dass Lehrkräfte es heute in den meisten Fällen nicht mehr mit einer homogenen Schülerschaft zu tun haben, erachtet es der dbb für notwendig, dass die Studierenden bereits während des Studiums auf die hieraus resultierenden Chancen, Möglichkeiten und Herausforderungen vorbereitet werden.

Dies schließt u. a. Qualifikationsmöglichkeiten in den Bereichen Diagnostik, Kooperation und differenzierende Fördermöglichkeiten, Kenntnisse einer Didaktik der Vielfalt, sonderpädagogische Grundlagen, die Vorbereitung auf ein ständiges Weiterlernen oder das Fach „Deutsch als Fremdsprache“, insbesondere in der Erstausbildung der Grundschullehrer mit ein.

Im Zuge der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung im Bildungsbereich müssen in allen Phasen der Ausbildung von Lehrkräften sowohl Inhalte der Medienpädagogik und -didaktik als auch informationstechnologische Grundkenntnisse (KI- und Datenkompetenzen) implementiert werden. Dabei sind entsprechende wissenschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen (u.a. Lehrstühle, Institute).

Praxisnahe Ausbildung

Auf Grund der wachsenden pädagogischen Aufgaben, vor denen Lehrkräfte heute stehen muss die Praxisphase innerhalb des Studiums gestärkt und frühzeitig in das Studium integriert werden. Praxisnähe sollte nicht nur durch das Studienseminar vermittelt werden, sondern auch an den Schulen. Dafür ist ein qualitativ vergleichbares Referendariat von 24 Monaten anzustreben. Die inzwischen bundesweit verbreitete Verkürzung des Vorbereitungsdienstes, nimmt den angehenden Lehrkräften die Möglichkeit, sich auszuprobieren und ein „Rüstzeug“ für die Berufseinstiegsphase zuzulegen. Die erste, zweite und dritte Phase der Lehramtsausbildung muss kritisch begleitet und kontinuierlich qualitativ verbessert werden.

Angesichts des gesellschaftlichen Wandels und den Herausforderungen bei der Bildungs- und Erziehungsarbeit, denen sich die Lehrkräfte ständig stellen müssen, ist es zudem unerlässlich, das künftig in die praktische Ausbildung auch vermehrt Methoden zum Konfliktmanagement integriert werden.

Lehrkräftefortbildung

Die Themen lebenslanges Lernen, persönliche und berufliche Weiterentwicklung sowie neue berufliche Herausforderungen spielen für pädagogische Fachkräfte eine große Rolle. Für ihre berufliche Laufbahn müssen ihnen daher Perspektiven angeboten werden. Gerade im Hinblick auf das Halten der Fachkräfte im Beruf gewinnt dieser Aspekt mehr und mehr an Bedeutung.

Berufsbegleitende, schulartspezifische, längerfristige und nachhaltige Lehrerfortbildungen sind für jedes Dienstalter notwendig. Dabei sind differenzierte Angebote ebenso notwendig wie das Eingehen auf heterogene Ausgangslagen, zum Beispiel für Berufseinsteiger, Funktionsstelleninhaber etc. Für eine bessere Bildung unserer Schülerinnen und Schüler müssen die Lehrkräfte für Lehrerfortbildungen konsequent freigestellt werden. Jedes Bundesland ist dazu aufgerufen, Lehrerfortbildung in ausreichendem Maße sowie in guter Qualität bereitzustellen und es den Lehrkräften zu ermöglichen, unkompliziert daran teilzunehmen. Ein wesentliches Ziel von Fortbildungen muss die Sicherung und Qualität des Unterrichts sein.

Die ständige Ausweitung des Wissensbestandes ist für eine erfolgreiche Lehrertätigkeit eine der entscheidenden Elemente. Gerade dort, wo das Lehren die Berufsaufgabe ist, wird das ständige Lernen der Lehrenden unerlässlich.

Lehrerfortbildung dient der Weiterentwicklung von Schulqualität. Dazu gehören Bestandteile wie fachwissenschaftliche Inhalte, Methodik, Didaktik, Diagnoseerstellung, Kooperation und Interaktivität.

Die Lehrerfortbildung als die dritte Phase der Lehrerausbildung dient zudem der Sicherung der beruflichen Qualität und ist daher eine Aufgabe des Dienstherrn, die er für alle Lehrkräfte ausgestalten muss. Das setzt voraus, dass die Angebote der Lehrerfortbildung auch den Interessen der Lehrerinnen und Lehrer und den Anforderungen an einen modernen Unterricht entsprechen. Alle Lehrkräfte müssen einen Anspruch auf Fortbildung haben.

Die Teilnahme an Fortbildungsprogrammen für Lehrerinnen und Lehrer ist entsprechend der beruflichen Relevanz als Gegenstand der Lehrtätigkeit anzusehen, damit die dritte Phase der Lehrerausbildung einen stärkeren Stellenwert erhält.

Als Kernelemente der Lehrerfortbildung müssen Fortbildungsprogramm in Methodenkompetenz, kollegialer Kooperation in der Schule und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen und Diensten entwickelt werden; zudem sollten im Zentrum die Förderung und Optimierung von Lernprozessen und die Steigerung der Analysefähigkeit der Lehrkräfte stehen.

An den jeweiligen Bildungseinrichtungen müssen geeignete und angemessene Fortbildungskonzepte und Medienentwicklungspläne vorhanden sein, um die Lehrkräfte in die Lage zu versetzen, entsprechende digitale Bildungsangebote zu erstellen und zu nutzen.

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